Tesla baut erstes Werk in Europa

Tesla hat ein hervorragendes Jahr, und wir sind noch nicht einmal zwei Monate dabei. Nachdem das Unternehmen im Dezember mit einem Wert von 393,15 Dollar pro Aktie ein Allzeithoch erreicht hatte, schloss die Aktie am vergangenen Mittwoch mit mehr als dem doppelten Wert: 917,42 Dollar pro Aktie.

Obwohl die Autoverkäufe stark sind, sind sie nicht die Quelle für Teslas explodierenden Wert; die Menschen investieren in das Unternehmen, weil sie es als die Zukunft der Elektrofahrzeuge betrachten. Nach der Überwindung einer rechtlichen Hürde in der vergangenen Woche ist Tesla auf mehr Wachstum eingestellt, und das in einem brandneuen Markt: Europa. Deutschland, um genau zu sein.

CEO Elon Musk kündigte im vergangenen November Pläne zum Bau einer vierten Giga-Fabrik außerhalb Berlins an (die ersten drei befinden sich in Nevada, New York und Shanghai). Aber der Bau beinhaltet die Abholzung eines Kiefernwaldes von der Größe von 100 Fußballfeldern (ganz zu schweigen von der Beseitigung vergrabener Munition aus dem Zweiten Weltkrieg), und die Arbeiten wurden nach Protesten lokaler Umweltgruppen eingestellt. Die Fabrik wird nicht nur Tausende von Bäumen fällen müssen, sondern auch an ein Naturschutzgebiet grenzen, und es wurde viel Besorgnis darüber geäußert, wie sich die Wasserversorgung und die Tierwelt des Gebiets auswirken werden.

Ein Gericht in Berlin-Brandenburg stoppte Anfang des Monats die Waldrodung von Tesla mit einer einstweiligen Verfügung. Am vergangenen Donnerstag hob das Gericht die Verfügung jedoch auf und erteilte dem Unternehmen die Erlaubnis zur Wiederaufnahme der Tätigkeit, da es festgestellt hatte, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für eine vorzeitige Errichtung erfüllt seien.

Das Werk wird in Grünheide, einer kleinen Stadt etwa 33 Kilometer südöstlich von Berlin, errichtet. Tesla beabsichtigt, das Werk bis Mitte 2021 fertigzustellen und voll funktionsfähig zu machen, und wird dort schließlich bis zu 500.000 Autos pro Jahr produzieren. Obwohl das Unternehmen mit der Rodung und anderen Bauvorbereitungen voranschreitet, hat es technisch noch keine endgültige Projektgenehmigung von den deutschen Behörden. Tesla hat prognostiziert, dass das Werk etwa 12.000 Mitarbeiter beschäftigen wird.

Die Genehmigung der Landesregierung ist nur noch eine der wenigen Hürden, die es zu überwinden gilt, und sie könnte sogar noch einfacher sein als die anderen Aufgaben, die Tesla beim Bau dieser Fabrik zu bewältigen hat.

Die deutschen Umweltgesetze schreiben vor, dass der Bau die im März beginnende Brutzeit der Wildtiere nicht beeinträchtigen darf; dies bedeutet im Wesentlichen, dass der Baumschnitt in den nächsten Wochen abgeschlossen sein muss, damit das Projekt im geplanten Zeitplan vorankommt.

Apropos Schutz der Wildtiere: Tesla muss auch den im Wald lebenden Fledermäusen alternative Plätze zum Winterschlaf bieten, Zäune errichten, um das Eindringen von Reptilien in das Gebiet zu verhindern, Ameisennester verlegen, ohne sie zu zerstören, und einen Weg finden, um die in der Gegend lebenden Wölfe “human” zu vertreiben.

In einem Tweet vom 24. Januar betonte Musk, dass die Fabrik “absolut mit Blick auf Nachhaltigkeit und Umwelt entworfen werden wird”. Er fügte hinzu, dass Tesla für jeden gefällten Baum in der Gegend drei Bäume pflanzen wird.

Die deutsche Automobilproduktion, Heimat kultiger Marken wie BMW, Mercedes, Audi und Volkswagen, wurde von Unternehmen gestört, die einen früheren und stärkeren Einstieg in die Elektrofahrzeugtechnologie hatten – speziell Tesla. Das Modell 3 des Unternehmens übertraf im vergangenen Jahr alle deutschen Konkurrenten sowohl auf dem US-amerikanischen als auch auf dem europäischen Markt, und die deutsche Automobilindustrie befindet sich jetzt in einem Jahrestief.

Die Ankunft von Tesla wird im besten Fall für die deutschen Automobilhersteller Innovationen durch Wettbewerb anregen und mehr Investitionen des privaten Sektors fördern. Die Deutschen sind zwar nicht führend bei der Elektrifizierung, aber sie haben sicherlich einen Ruf für hochwertige Technik. Sie täten gut daran, in die Fußstapfen von Tesla zu treten und in Energiespeichertechnologie und Forschung zu investieren; vielleicht könnte dies der Weg zu einer verjüngten deutschen Automobilindustrie und Wirtschaft sein.

Aber zuerst sollten wir dafür sorgen, dass Fledermäuse, Wölfe, Eidechsen, Vögel und Ameisen versorgt werden.

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